Ein Hund ist Familie – kein (Weihnachts-)Geschenk

//Ein Hund ist Familie – kein (Weihnachts-)Geschenk

Ein Hund ist Familie – kein (Weihnachts-)Geschenk

Alle Jahre wieder werden zu Weihnachten unüberlegt süße kleine Welpen gekauft, verschenkt und leider oft kurze Zeit später oder spätestens zu den nächsten Sommerferien wieder ausgesetzt. Erst dann wird vielen klar, dass ein Urlaub mit Hund ja gar nicht so praktisch oder doch viel teurer ist als gedacht, so ein Knirps viel Zeit in Anspruch nimmt und Erziehung und Spaziergänge bei Wind und Wetter ein absolutes MUSS sind. Um diesen Impulskäufen ein bisschen entgegen zu wirken, möchten wir mit diesem Beitrag darum bitten verantwortungsvoll zu handeln, denn genau das haben diese wundervollen Lebewesen verdient.

Wer kennt das nicht…die süßen kleinen Racker, die erwartungsvoll schauen und allesamt zuckersüß aussehen! Wer loszieht um sich einen Hund anzuschauen, hat in der Regel schon sein Herz verloren und kann nicht mehr „Nein“ sagen. „Der Kleine hat sich uns ausgesucht und nicht wir ihn“ – ein beliebter Satz! Nur leider kann der Kleine nicht wissen, in welches Zuhause er passt und wer seinen Bedürfnissen gerecht werden kann. Jeder der sich für einen Hund entscheidet, ist selbst für diese Entscheidung und deren Folgen verantwortlich!

Es gibt so viel zu beachten, bevor man sich einen Hund nach Hause holt… wir wollen mit diesem Beitrag darauf aufmerksam machen, bevor es zu einer falschen Entscheidung kommt.

Damit fängt alles an – Die richtige Rasse
Schäferhund, Dackel, Australian Shepherd oder doch lieber ein Mischling? Diese Entscheidung kann und darf jedoch nicht nach dem Aussehen getroffen werden. Wichtig ist, sich im Vorfeld mit der Rasse und den jeweiligen Charaktereigenschaften und Bedürfnissen auseinanderzusetzen & auszuloten, ob diese in den Alltag integriert werden können.

Seriöse Züchter oder ein guter Tierschutz – „Woher nehmen wenn nicht stehlen?“
In unserem HeimatHund Blog findet sich unser Beitrag „Daran erkennst Du einen seriösen Hundeverkäufer“ samt vieler Informationen, die sich vor dem Hundekauf zu Herzen genommen werden sollten. Auf diese Tipps zu achten verhindert Tierhandel / Vermehrer zu unterstützen oder sich einen physisch oder psychisch kranken Hund ins Haus zu holen. Ein Hund sollte NIEMALS unüberlegt auf einem Rasthof oder in einer Raststätte, einem Hinterhof oder über Ebay-Kleinanzeigen gekauft werden. Es ist ratsam sich vorab intensiv über den Züchter, Vorbesitzer oder Tierschutzverein zu informieren. Bei Welpen sollte darauf bestanden werden die Hundeeltern kennenzulernen, das Gelände sollte gepflegt und Hundegerecht sein.

Nichts ist umsonst, schon gar nicht ein Hund – Kosten
Die Kosten spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, ob ein Hund einziehen kann oder nicht! Daher sollten diese Gedanken trotz aller Emotionen auf keinen Fall außer Acht gelassen werden. Dazu gehören nicht nur Kaufpreis und Erstausstattung, sondern auch die monatlichen Kosten für die nächsten 10 – 15 Lebensjahre des Vierbeiners. Die Kosten richten sich natürlich nach Größe und Gesundheitszustand des jeweiligen Hundes.

Zum besseren Überblick haben wir eine grobe Kostenübersicht erstellt:
Anschaffungskosten: Die Anschaffungskosten liegen zwischen 350 und 3.500 Euro. Dieser Betrag richtet sich zum Beispiel danach welcher Rasse der Hund zugehörig ist und ob er aus dem Tierschutz, einer Hobby- oder einer professionellen Zucht stammt.
Erstausstattung: Die Kosten für die Erstausstattung kann jeder selbst beeinflussen. Sie richten sich neben der Qualität natürlich auch nach der Quantität. Mit mindestens 80 Euro für Leine, Halsband, Näpfe, Körbchen, Spielzeug und Co. sollte aber jeder Hunde- Neubesitzer rechnen.
Futterkosten: Je nach Hundegröße und Fütterungsart, können die Kosten für das Hundefutter pro Monat zwischen 20 – 250 Euro liegen.
Tierarztkosten: Die Tierarztkosten können während eines Hundelebens je nach Erkrankung oder Verletzung sehr stark schwanken. Mit gewissen Grundkosten für die Grundimmunisierung, regelmäßige Untersuchungen und Impfungen muss jedoch jeder Hundehalter rechnen. Hinzu kommen allerdings noch weitere, möglicherweise notwendige, Kosten wie die Kastration, Operationen oder letztendlich auch das Einschläfern. Bei einem mittelgroßen Hund rechnet man mit ca. fünf Eingriffen pro Hundeleben. Unterm Strich und auf den Monat herunter gerechnet, sollte jeder Hundehalter also mit 10 – 50 Euro Tierarztkosten rechnen.
Hundetraining: Damit die Freude an einem wohlerzogenen und gut sozialisierten Hund groß ist, sollten die Kosten für Ausbildung / Erziehung nicht vergessen werden. Je nach Hundeschule und Ausbildungsstand der Trainer vor Ort, liegen die Kosten zwischen 40 – 120 Euro monatlich.
Hundesteuer: Die Hundesteuer ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich und muss bei der jeweiligen Stadt erfragt werden. Sie richtet sich außerdem nach der Hunderasse und schlägt für den ersten Hund durchschnittlich mit 1 – 190 Euro monatlich zu Buche. Die Steuerhöhe für den zweiten und jeden weiteren Hund, wird in der Regel pro Haushalt, nicht pro Halter, vervielfacht. Für die sogenannten Listentenhunde ist der Steuersatz in vielen Kommunen deutlich höher.
Hundehaftpflicht: Nur in manchen Bundesländern ein Muss, aber in jedem Fall eine sinnvolle Sache. Je nach Versicherungsgesellschaft sind 3 – 10 Euro monatlich zu kalkulieren.
Urlaubsbetreuung: Auf Urlaub in weit entfernen Zielen kann oder will trotz Hund nicht verzichtet werden? Für eine gute Urlaubsbetreuung sind mit ca. 20 – 50 Euro pro Tag zu rechnen, die zu den eigenen Urlaubskosten hinzu kommen.

Hochgerechnet auf ein Hundeleben, sind das enorme Kosten und jeder sollte sich dessen bewusst sein! Es ist unbedingt notwendig, dass trotz Veränderung der Lebensumstände wie z.B. Arbeitslosigkeit, Trennung, Umzug, Familienplanung oder ähnlichem diese Beträge in den nächsten 10-15 Jahren aufgebracht werden können.

Zeitaufwand
„Ach, mal ein paar Minuten am Tag mit dem Hund vor die Tür – das ist doch schnell gemacht…“ – Von wegen! Egal ob klein oder groß, jung oder alt – jeder Hund möchte gern mehrmals täglich ausreichend vor die Tür. Damit ist nicht gemeint, neben seinem Halter herzulaufen, während dieser telefoniert oder sich um alles andere kümmert! Ein Hund möchte bei seiner tollsten Beschäftigung des Tages, dem Gassi gehen, auch von seinem Halter beachtet und gefordert werden. Spielen, trainieren und sich gegenseitig wertschätzen – ein ausgefüllter Spaziergang ist etwas Tolles für jedes Halter-Hund-Gespann – und das natürlich bei jedem Wind und Wetter. Zu der durchschnittlichen Zeit von 1 – 3 Stunden spazieren gehen pro Tag, kommt darüber hinaus die Zeit für Fütterung, Fellpflege, Beschäftigung im Haus, Tierarztbesuche, Einkäufe von Futter und Co. und die vermehrte Hausarbeit hinzu. Es gilt also sich die Frage zu beantworten, ob diese Zeit für den Hund aufgebracht werden kann.
„Ohne Gefährten ist kein Glück erfreulich“ – Seneca (Philosoph und Schriftsteller)
Wir Hundeliebhaber wissen genau, wie schnell man sich in diese kleinen, runden Kulleraugen verlieben kann und wie schön ein Leben mit Hund ist. Wir wissen aber leider auch, wie viele von diesen tollen Hunden regelmäßig wieder im Tierheim oder auf der Straße landen! Und genau das gilt es zu verhindern! Wir möchten niemandem den besten Freund des Menschen ausreden, sondern lediglich wachrütteln, informieren und vorbereiten. Immerhin ist das eine Entscheidung für ein ganzes Hundeleben!

Nun haben wir Dich zum Nachdenken angeregt oder Dir die Tragweite einer solchen Entscheidung in Gänze vor Augen geführt? Du möchtest professionellen Rat bezüglich Auswahl der richtigen Rasse, einem seriösen Züchter oder der richtigen Erstausstattung? Dann melde Dich bei uns. Gerne unterstützen wir Dich bei Deinen Entscheidungen. Mehr zu unserem Angebot erfährst Du auf https://heimathund.de/training/beratung-vor-dem-hundekauf/ oder direkt bei uns unter:
info@HeimatHund.de & Tel.: 02378 / 8647000.

By | 2015-12-21T15:54:24+00:00 Dezember 21st, 2015|Allgemein|0 Kommentare

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