Gewolft oder nicht gewolft – Das ist hier die Frage

//Gewolft oder nicht gewolft – Das ist hier die Frage

Gewolft oder nicht gewolft – Das ist hier die Frage

Wir sagen Dir, ob stückiges Fleisch besser ist als gewolftes!

Bei der Vielzahl an Anbietern und den jeweils umfangreichen Produktpaletten fällt es manchmal schwer den Überblick zu behalten. Rind, Hähnchen, Pute, Wild, Känguru, Zebra… die Liste der angebotenen Fleischsorten ist lang. Bei all der Fleischvielfalt stellt sich aber immer die gleiche Frage: Ist die Fütterung von gewolftem Fleisch so vorteilhaft für Deinen Hund?

Klar, die Vorteile sind offensichtlich:

– krankhaften Schlingern bleibt es nicht im Hals stecken, das Futter wird durch die klebrige Konsistenz nicht so schnell abgeschluckt

– Einige Krankheitsbilder (z.B. Bauchspeicheldrüsenerkrankungen) erfordern aufgrund der leichteren Verwertbarkeit die Fütterung von gewolftem Fleisch

– Welpen, kleine oder zahnlose Hunde können es ohne Probleme fressen

– Zusätze, Gemüse und Medikamente lassen sich leicht „unterschummeln“

– Es ist sehr leicht zu portionieren.

Doch wie so oft im Leben ist es nicht leicht, denn was Vorteile hat, hat auch Nachteile und die sind in puncto gewolftem Fleisch nicht zu vernachlässigen.

– Qualität und Zusammensetzung des Fleisches ist ungewiss

– Geringere Verdaulichkeit des Fleisches, bzw. geringere Verwertbarkeit der Nährstoffe

– steigende Gefahr für Magendrehungen und weitere Magen-Darm-Erkrankungen

– Belastungen durch pathogene Erreger

– Fehlender Zahnreinigungseffekt

– Ein deutlich geringeres Sättigungsgefühl – im Vergleich zur Fütterung mit stückigem Fleisch

Bei Hunden handelt es sich um sogenannte „grob zerkleinernde Schlinger“, d.h. sie nehmen Nahrung über das Maul auf, zerkleinern die „Beute“ grob und würgen sie hinunter. Der Speichel dient dabei lediglich der besseren Gleitfähigkeit beim Abschlucken der Nahrung in den Magen.

*Schluck*-Di-Wupp – Wie geht es dann weiter?

Der Schlüsselreiz „Fleisch“ gibt dem Magen das Startzeichen, mit seiner Arbeit zu beginnen. Dadurch beginnt er Magensaft zu produzieren. „Pepsinogen“ und „Kathepsinogen“, die Vorstufen der später benötigten Verdauungsenzyme, werden nun von den Hauptzellen des Magens produziert. Die Nebenzellen starten gleichzeitig mit der Produktion des Magenschleims, der sich schützend vor die Magenwände legt. Erst die Kombination der Magensäure mit den Vorenzymen lassen dann die primär benötigten Verdauungsenzyme „Pepsin“ und „Kathepsin“ entstehen.

Würde der Magen direkt die endgültigen Enzyme bilden, ohne die Nebenzellen Magenschleim produzieren zu lassen, bestünde die Gefahr, dass er sich auf Grund des hohen Säureanteils und dem fehlenden Schutz selbst zersetzt.

Der Magen ist ein Muskel, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Nahrung zu einem feinen Brei zu verarbeiten. Dies geschieht durch Magenpassage (Walkbewegungen) und Magensäure. Das Futter wird Schicht für Schicht abgearbeitet. Je größer die aufgenommenen Stücke sind, desto länger hat der Magen Zeit, um seine Aufgabe zu erfüllen. Enzyme zersetzen gleichzeitig die Nahrung in Nährstoffe, damit sie anschließend im Darm aufgenommen werden können. Eine längere Magenpassage und somit eine längere „Aufbereitungszeit“ der Enzyme für die Nährstoffe ist absolut empfehlenswert.

Kurz: Je größer die gefütterten Stücke sind, desto mehr Zeit hat der Magen, um entsprechend Nährstoffe für den Darm vorzubereiten!

Die geringe Verdaulichkeit bei der Fütterung von gewolftem oder gekuttertem Fleisch, resultiert daher, dass die starke Zerkleinerung des Futters zu einer schnelleren Magenpassage führt. Dies führt dazu, dass die Magensäure extrem schnell arbeiten und das Futter zu dem „fertigen“ Brei verarbeiten kann. Dieser wird dann umgehend vom Magen in den Darm geleitet. Das Problem dabei ist jedoch, dass der Magen die Zeit der Verarbeitung zu einem Brei, zeitgleich für die Nährstoffaufnahme nutzt. Je kleiner das Futter bereits vor der Nahrungsaufnahme aufbereitet wurde, desto weniger Zeit haben die Enzyme, um die anschließende Aufnahme der Nährstoffe über die Darmwand vorzubereiten.

Pathogene Erreger (also Krankheitserreger) verweilen zudem nicht lange genug in der Salzsäure des Magensaftes und können somit nicht unschädlich gemacht werden. Abgesehen von der Aufgasung des Magens können die pathogenen Erreger auf diese Weise auch in den Dünndarm gelangen und z.B. Durchfall und Blähungen hervorrufen. Darüber hinaus ist gewolftes Fleisch generell anfälliger für Krankheitserreger & Co. Das liegt daran, dass es eine größere Oberfläche und somit vermehrten Sauerstoffkontakt aufweist. Dies begünstigt den Wachstum der Bakterien.

Letztlich möchte ich noch auf die ungewisse Qualität und Zusammensetzung hinweisen. In gewolftem Fleisch lassen sich dem Kunden sehr leicht billige Füllstoffe und Schlachtabfälle (Kehlkopf, Hoden, Euter, usw.) „unterjubeln“. Die immer grössere Welle an billigem, noch billigerem und nochmal billigerem gewolften Matsch macht uns jedenfalls schon länger Sorgen. Die immer grösser werdende Zahl an Hunden, die mit Durchfällen und Magenproblemen zu uns kommen und um Hilfe bitten, ebenso.

Ob da ein Zusammenhang besteht?

FAZIT

Fleisch am Stück ist gewolftem Fleisch vorzuziehen, denn die Verdaulichkeit ist bei gewolftem Fleisch geringer, was letztendlich zu einem Mehrbedarf an Futter führt. Darüber hinaus ist Qualität und Zusammensetzung von gewolftem Fleisch weit weniger erkennbar als bei stückigem Fleisch. Weniger Krankheitserreger und Gefhren von Magendrehungen, sowie ein höherer Zahnreinigungseffekt sind zusätzliche Punkte, die eine Fütterung von stückigem Fleisch befürworten. Sollte eine solche Fütterung nicht möglich sein empfiehlt es sich unbedingt auf Qualität der Nahrung zu achten und – wenn nötig – durch einen eigenen Fleischwolf zu drehen.

Du willst Beweise?

Füttere zum Vergleich Gewolftes und Stücke und Du wirst bemerken:

Bei der Fütterung von gewolftem Fleisch, kommt es nach ein paar Stunden bereits wieder „hinten raus“, bei der Fütterung von stückigem Fleisch hingegen oft erst am Folgetag.

By | 2017-11-13T16:40:06+00:00 Oktober 8th, 2015|Ernährung|0 Kommentare

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